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Unified #4: Kollege Computer

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Kollege Computer oder: Wie Technik journalistisches Arbeiten und Geschäftsmodelle im Content-Markt verändert


Es ist viel die Rede von der digitalen Transformation – nicht nur in klassischen Medien, sondern überall: Die durchgehende Digitalisierung von Prozessen und Produktionsweisen verspricht mehr Effizienz in der Produktion, mehr Einblicke in Transaktionen und Kundenverhalten und geringere Kosten für den Betrieb einer unternehmensweiten Infrastruktur.  

Naturgemäß findet diese Diskussion auch in den Medien statt – nicht nur als Gegenstand der Berichterstattung, sondern auch ganz direkt: Welche Möglichkeiten bietet die digitale Transformation Medienproduzenten, zu denen längst nicht mehr nur traditionelle Medienhäuser zählen, sondern Unternehmen jeder Art, die über Content Marketing eine größere Nähe zu ihren (potenziellen) Kunden suchen? Welche neuen Geschäftsmodelle ergeben sich aus den neuen Optionen der Berichterstattung? Und wie disruptiv ist die digitale Transformation am Ende für die Content-Produzenten?

Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass schon 2017 die Mehrheit aller neuen Geschäftsmodelle auf Algorithmen basieren wird. Grund genug, einen Blick darauf zu werfen, was Algorithmen schon heute in der Produktion von Medien und Content verändern. Wir präsentieren Ihnen in dieser Ausgabe von Unified Beispiele der digitalen Transformation:  

Der Hamburger Datenjournalist Marco Maas mit seiner Firma Datenfreunde UG und der Marke OpenDataCity geht neue Wege in der Recherche, vor allem aber in der Visualisierung auf der Basis öffentlich verfügbarer Daten. Daraus ergibt sich ein Geschäftsmodell nicht nur für sein eigenes Unternehmen, sondern auch für die angeschlossenen Funkhäuser und Medien, die die Ergebnisse seiner Arbeit nutzen – und das, obwohl die meisten Projekte grundsätzlich frei und damit kostenlos verfügbar sind.  

text-on ist ein Berliner Unternehmen, das aus Daten über Algorithmen Texte generiert. Auch wenn Vertriebsleiter Wolfgang Zehrt den Begriff „Robojournalismus“ nicht so gerne hört: Im Grunde genommen ist es das, was sein Unternehmen macht. Im Interview verrät uns Zehrt, der viele Jahre in Hamburg aktiv war, welcher Mehrwert hinter algorithmisch generierten Texten steckt und wie solche Arbeiten die Medienlandschaft verändern.  

Wir haben Stephan Weichert um seine Einschätzung der Digitalisierung gefragt. In Hamburg wohlbekannt, widmet sich Weichert als Professor für Journalismus und Kommunikationswissenschaft an der Macromedia-Hochschule in Hamburg sowie Leiter des Studiengangs Digital Journalism (EMAJ) an der Hamburg Media School dem digitalen Strukturwandel der politischen Öffentlichkeit und der Innovationskultur in Journalismus und Medien – genau der richtige Gesprächspartner also für den weitenden Blick.

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Marco Maas lebt von der Datenarbeit. Mit seinem Unternehmen Datenfreunde UG und der Webseite
OpenDataCityhat Maas zusammen mit elf Mitstreitern, darunter allein sechs Programmierer,  ein Unternehmen aus der Taufe gehoben, das systematisch Daten sammelt, aufbereitet und Interessierten kostenlos zur Verfügung stellt.

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Die Datenfreunde um Marco Maas sammeln zunächst Daten unterschiedlichster Provenienz, in den allermeisten Fällen jedoch aus allgemein zugänglichen Quellen. Ihr Motto haben sie sich beim Chaos Computer Club geliehen: "öffentliche Daten nutzen, private Daten schützen".

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Weil auch im Datenjournalismus ein Bild mehr als 1000 Worte sagt, haben sich die Datenfreunde rund um den Journalisten Marco Maas der Visualisierung komplexer Daten verschrieben, wie Marco Maas im Interview erzählt.

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"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie", lässt Goethe seinen Mephisto sagen. "Und Grün des Lebens goldner Baum."

Bevor wir uns mit den disruptiven Veränderungen des Journalismus und den Auswirkungen auf traditionelle Berufsfelder beschäftigen, wagen wir einen Blick in die Praxis. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen von Marco Maas kommentierte Beispiele für Datenvisualisierungen vor.

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Jeder Medienschaffende weiß, dass sich der Journalismus ändert - und ändern muss. Das Beispiel Maas und seine Datenfreunde ist auch deshalb spannend, weil es konkret zeigt, wie  das gehen kann.

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Mit dem Journalismus ändert sich auch das Berufsbild des Journalisten. Datenjournalismus, um im Beispiel zu bleiben, ist eine anerkannte Spielart des Journalismus, aber keine reine Journalistenaufgabe. Im Gegenteil: Hier sind zunehmend auch Programmierer mit Spezialistenwissen gefragt.

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Fast alle Arbeiten der Datenvisualisierer von OpenDataCity sind quelloffen und können in eigene Webseiten eingebettet werden. Transparenz ist auch bei der Datenbasis gefragt, wie Marco Maas erläutert.

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Das Geschäftsmodell der Datenfreunde

Die Visualisierungen der Datenfreunde lassen sich prinzipiell kostenlos verwenden - der Code zum Einbetten ist offen verfügbar.

Aber es gibt für die Datenfreunde ein Geschäftsmodell hinter dieser Offenheit; Verlage, aber auch Unternehmen nutzen es, wenn sie eigenen Content ansprechend präsentieren möchten. Es besteht die Möglichkeit - und darin liegt die Monetarisierung - Inhalte bei den Datenfreunden exklusiv und im Auftrag anfertigen zu lassen, für die Verwendung auf der eigenen Webseite mit einem Co-Branding zu versehen oder einen Obolus für die Nutzung zu zahlen.

Wie auch immer das Modell im konkreten Fall aussieht: In der Kombination von kommerziellen Nutzern und der von Marco Maas im Interveiw genannten Förderung über öffentliche Gelder funktioniert das Geschäft.

Verlage profitieren davon allenfalls indirekt: durch besseren Content und der damit möglichen Reichweitensteigerung, die sie über traditionelles Advertising vermarkten können.

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Wenn Roboter Texte machen

Vor rund einem Jahr weckte ein kleines Erdbeben die Bewohner von Los Angeles auf. Um 6 Uhr 28 Pacific Standard Time, drei Minuten nach dem Beben, hatte die Los Angeles Times einen Bericht dazu auf ihrer Homepage, schneller als alle anderen lokalen Medien.

Stärke 4,4, Epizentrum rund neun Kilometer nordwestlich von Westwood, einem Stadtteil von Los Angeles – alle relevanten Eckdaten waren enthalten. Ein ganz gewöhnlicher Nachrichtentext also.

Doch es war kein Redakteur, der ihn verfasst hat, sondern ein Computerprogramm namens Quakebot, ein Erdbeben-Roboter.

Quakebot ist nicht das erste Programm, das über Algorithmen Informationen aggregiert und daraus Artikel generiert. Es gibt vor allem aus den USA, aber vereinzelt auch aus Deutschland weitere Beispiele für Anwendungen von Algorithmen im Journalismus.

Wir haben vergangenes Jahr mit Ken Schwencke über den Quakebot und seine Ansichten zum Robo-Journalismus gesprochen (nächste Seite).

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Aus Daten Wissen schaffen

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Das Berliner Unternehmen text-on "schafft aus Daten Wissen. Per Knopfdruck", so der Claim. text-on liefert für alle Bereiche, in denen Daten erhoben werden, einfach lesbare Zusammenfassungen. So macht das Unternehmen aus abstrakten Daten Texte, "die nicht nur dem natürlichen menschlichen Sprachgefühl entsprechen, sondern auch der menschlichen Interpretation der Daten folgen".

Ein Angebot, das sich explizit nicht nur an Medienhäuser richtet, sondern an Content-Verwerter jeder Provenienz: "Klare Botschaften und Inhalte für Marketing, Vertrieb oder Medien entstehen so auch aus kaum überschaubaren Datensammlungen in wenigen Sekunden und mit einer Präzision, die händisch kaum erreichbar ist."

Genutzt werden die Algorithmen zum Beispiel für die Börsenberichterstattung, wie text-on-Vertriebsleiter Wolfgang Zehrt im Interview mit UNIFIED verrät.

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Robojournalismus aus der Aschenplatzliga

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Auch die von Wolfgang Zehrt so genannte Aschenplatzliga ist ein für Robojournalismus geeignetes Objekt. Kaum eine Lokalzeitung, geschweige denn die Fußballmagazine, berichten noch über die vielen Amateurmannschaften in den Kreis- und Bezirksligen. Genau hier setzt text-on mit seinen Algorithmen an - und bietet Lokaljournalismus, den es sonst nicht gäbe.

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Robots statt Journalisten?

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Wenn Algorithmen aus Daten Journalismus machen, was machen dann aber die Journalisten?

Darum macht sich Wolfgang Zehrt wenig Sorgen. Wenn bislang auch noch kein direkt monetarisierbares Geschäftsmodell hinter Robojournalismus steckt - ein Wort übrigens, das Wolfgang Zehrt nicht besonders mag -, dann doch die Chance, redaktionelle Ressourcen für Qualitätsjournalismus freizuschaufeln.

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Algorithmen auch für Business-Content

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Für das automatische Erstellen von Texten über Algorithmen gibt es auch Business-Cases außerhalb klassischer Medien. So ist es mit text-on auch möglich, aus Datensätzen, die bei der Anamnese und der Behandlung von Patienten entstehen, über logische Anweisungen zum Beispiel Entlassungsbriefe individuell und ohne manuelle Eingriffe zu erstellen - ein deutlicher Effizienzgewinn in der Verwaltung, mit großem Nutzen für die Patienten.

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Im Interview: Stephan Weichert

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Stephan Weichert ist Professor für Journalismus und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule Macromedia, University of Applied Sciences, in Hamburg sowie Leiter des Studiengangs Digital Journalism (EMAJ) an der Hamburg Media School. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören der digitale Strukturwandel der politischen Öffentlichkeit sowie Innovationskultur in Journalismus und Medien.

Er hat - unter anderem für die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) - über das Thema "Digitaler Journalismus" (hier geht's zum PDF der Zusammenfassung) gearbeitet.

Mit Stephan Weichert haben wir uns darüber unterhalten, wie Technik den Journalismus und die Geschäftsmodelle von Content-Produktion und -Distribution verändert.

Welchen Einfluss hat Technik auf den Journalismus und auf die Medienrezeption, Herr Weichert?

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© Jörg Müller
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In dieser Ausgabe haben wir versucht, Ihnen die Themen Daten- und Robojournalismus näherzubringen. Es gibt gute Argumente für diese neuen Formen der Content-Produktion, aber auch welche dagegen. Wie sehen Sie das? Diskutieren Sie mit uns:
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Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!



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Das Digitalmagazin Unified wird im Auftrag der Initiative nextMedia.Hamburg veröffentlicht. nextMedia.Hamburg ist eine Standortinitiative der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft, getragen von der Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg, der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH und dem Verein Hamburg@work (e.V.).
 
Diensteanbieter nach Telemediengesetz (TMG):
Hamburg@work (e.V.)
im betahaus, Eifflerstraße 43
22769 Hamburg
Vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Uwe Jens Neumann
Tel.: +49 (0)40 / 8000 463-0
Mail: media(dot)net
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Redaktion:
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Thomas Pelkmann (verantw.)
Claudia-Marie Dittrich
Phillip Sommer
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Schnitt:  Roman Schwer
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Übersicht

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Kapitel 1 Einleitung

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Kapitel 2 Marco Maas

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Kapitel 3 Ken Schwencke

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Kapitel 4 texton

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Kapitel 5 Stephan Weichert

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Kapitel 6

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Kapitel 7 Impressum

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